27. Januar 2009

Fahr mal hin: Odenwald - 26. Mai 2009

Die Sendung FAHR MAL HIN mit dem Südlichen Odenwald wird am 26. Mai 2009, 22 Uhr, im SWR-Fernsehen gezeigt, wie mir heute Frau Christina Brecht-Benze vom SWR mitteilte!

Darin werden unter vielen anderen Beiträgen auch zwei ausführliche Filmsequenzen gezeigt, bei denen ich einige geologische resp. landschaftskundliche Erläuterungen gebe: zum Waldbrunner Vulkanrelikt Katzenbuckel und zur Neckargeracher Margaretenschlucht. - "Man sieht sich"...

(Foto: Blick von Katzenbuckel-Höchst; Copyright: M. Hahl 2008)

19. Januar 2009

Ferdinandsdorf, Galmbach, Rineck

Verschwundene Dörfer im Odenwald
Ein Vortrag von
Michael Hahl M.A., Geograph
Sonntag, 25. Januar 2009, 19 Uhr
Dorfgemeinschaftshaus
Limbach-Wagenschwend

Der Odenwald hat Atmosphäre; er ist faszinierender Naturraum und sagenhafter Schauplatz der Kulturgeschichte. In diesem Landstrich flossen niemals Milch und Honig, auch wenn die Menschen vergangener Jahrhunderte hart an ihrem täglichen Auskommen arbeiteten.

Der Vortrag wirft ein Licht in die Zeit nach 1800, als einige Dörfer aufgegeben wurden und etliche Bauern oder Heimatlose ihr Überleben nur noch in der Amerikaauswanderung oder Umsiedlung in wenig bessergestellte Nachbargemeinden suchen konnten. Die Geschehnisse in den verschwundenen Ortschaften Ferdinandsdorf, Rineck und Galmbach – heute Eduardsthal – werden erläutert. In vielen Fällen war die Ortsauflösung auch im Sinne der Dorfbewohner, weil sie in ihrer Heimat keine Perspektive mehr sahen; manchmal aber war die Umsiedlung nicht ganz freiwillig, für die Betroffenen jedoch unabwendbar.

Warum die Dörfer wüstgefallen sind und wie sich die einzelnen Wüstungsgeschichten unterscheiden, welche Überlebensstrategien verfolgt, welche Chancen vertan wurden oder was ein gigantischer Vulkanausbruch auf den Sunda-Inseln im Jahr 1815 mit der einstigen Armut im Odenwald zu tun hat – alles das wird in der power-point-Präsentation erläutert. Die Spuren der wüstgefallenen Dörfer haben einen festen Platz in den historischen Annalen und zeugen von Menschenschicksalen in schwieriger Zeit: Der Rückblick auf Ortsauflösung, Umsiedlung und Auswanderung ist auch eine Geschichte des Odenwaldes.

Sonntag, 25.01.2009, 19:00 Uhr
Dorfgemeinschaftshaus Wagenschwend / 4,00 Euro, Vereinsmitglieder 3,00 Euro


(Foto: Herbstlicher Besuch im Eduardsthal; Copyright: M. Hahl 2008)

Schön, wenn ein Vortrag begeistern kann: 220 Zuhörer kamen nach Wagenschwend, um mch auf eine Reise durch die verschwundenen Dörfer zu begleiten!

Geotouren 2009 - z.B. im Steinbruch...

Der Winter schnauft allmählich schwerer und bald beginnt die Geotouren-Saison 2009. Auch mich kann man mit dem ein oder anderen Führungsprogramm wieder buchen, entweder als Geopark-Ranger oder direkt als Geograph Michael Hahl, geschäftsführender Inhaber des Projektbüros proreg. Geotouristisch buchbar bin ich beispielsweise für den Vulkanberg Katzenbuckel, die Eberbacher Flussgeschichte, das Heidelberger Felsenmeer, die Heidelberger GeoLiteraTour usw.

Baldiger Saisonstart ist ebenfalls im renaturierten Muschelkalk-Steinbruch Nußloch (HeidelbergCement). Hier werden wieder Führungen mit Geopark-Rangern angeboten, die von Gruppen individuell gebucht werden können. Manche Ranger-Kollegen sind mehr für die Botanik zuständig, meinereiner legt den Schwerpunkt des Steinbruch-Programms auf die Erdgeschichte und Renaturierung/Rekultivierung; Titel meines Programms: "Der alte Steinbruch und das Meer".











Der alte Steinbruch
und das Meer
Was hat ein renaturierter Muschelkalk-Steinbruch mit dem Meer zu tun? Die geologische Führung mit Geopark-Ranger und Geograph Michael Hahl kann darüber Aufschluss geben. Sie erfahren, wie vor 240 Millionen Jahren das Salzwasser in unseren Raum einströmte und wie aus den Meeresablagerungen Kalkgestein wurde. Eine Spurensuche im Steinbruch zeigt die Zeugen einer dynamischen Erdgeschichte: Fossilien wie die Stromatolithen erzählen Geschichten aus uralten Zeiten. Auch relativ "junge" Prozesse wie die Rheingraben-Bildung oder eiszeitliche Lösseinwehungen prägen das lokale Erscheinungsbild. - Landschaft hat sich stets verändert. Heute spielt der Mensch eine immer größere landschaftsgestaltende Rolle, wie Nutzung und Renaturierung/Rekultivierung des Nußlocher Steinbruchs veranschaulichen.

Die Veranstaltungen im Steinbruch sind individuell von Gruppen buchbar, ausschließlich direkt bei:
Karin Schleifer, Zementwerk Leimen
HeidelbergCement AG, Rohrbacher Str. 95, 69181 Leimen
Tel.: 06224/703-201, Fax: 06224/703-202

Mail: karin.schleifer@heidelbergcement.com

Meine weiteren Führungen können direkt bei mir oder auch über den Naturpark Neckartal-Odenwald, über den Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald sowie über das Landschafts- und Forstamt Heidelberg gebucht werden.

14. Januar 2009

Lärmfeuer – Gefahr in der Luft!

Als im Odenwald die Gipfel rauchten

Kommen Sie mit auf eine Zeitreise ins 17. Jahrhundert nach Ober-Mossau. Nach einem langen Arbeitstag auf dem Feld treten Sie den Heimweg von der Mossauer Höhe an. Da erkennen Sie dicke, schwarze Rauchschwaden, die von Westen her über den Mossaubach getragen werden. „Das Lärmfeuer!“ schießt es Ihnen wie ein Blitz durch den Kopf. Die Luft ist bereits angefüllt mit dem beißenden Geruch von Brand und Rauch, und aus dem Tal hören Sie die anderen Bauern rufen. – Jetzt aber schnell zurück in die Gegenwart!

Für die Odenwälder Bauernfamilien war es wohl ein markerschütterndes Erlebnis, wenn wieder einmal die Lärmfeuer entzündet wurden und die Rauchschwaden über den Bergrücken standen. Im wahrsten Sinne des Wortes lag Gefahr in der Luft! – Der 30-jährige Krieg (1618 bis 1648) war ausgebrochen, und auch im Odenwald musste man auf die Ankunft feindlicher Söldnerheere vorbereitet sein. Das Überleben hing davon ab, dass sich wehrhafte Mannschaften frühzeitig zur Verteidigung versammelten oder dass man sich und sein Hab und Gut schnell in Sicherheit bringen konnte. So nutzte man ein ausgeklügeltes Frühwarnsystem: die Lärmfeuer!

Seit dem dreißigjährigen Krieg sind die Odenwälder „Lärmfeuer“ dokumentiert. Es ist gut denkbar, dass sie auch schon früher eingerichtet und genutzt wurden. Das Wort „Lärmen“ hat in diesem Fall die Bedeutung „Alarm schlagen“. Auf einigen der höchsten Bergrücken legte man große Reisighaufen und Holzstöße an, die bei Gefahr von stationierten Wachleuten entzündet werden konnten. Flammen und Rauch waren über große Entfernungen zu sehen, und das Alarmsignal wurde mittels anderer Lärmfeuer von einem Berg zum nächsten weitergeleitet.

Das Signalnetz begann am Rhein und zog über die Lorscher Sanddüne zur Starkenburg bei Heppenheim. Von dort verlief eine nördliche Signallinie über die Neunkircher Höhe, den Otzberg und den Breuberg bis ins Maintal. Eine zweite Linie wurde über die Sensbacher Höhe und den Krähberg nach Südosten geführt. Frühzeitig gewarnt konnten sich die landesherrschaftlichen Zentmannschaften an Sammelplätzen formieren.

Auch nach dem Friedensschluss von 1648 wurden im Odenwald Lärmfeuer als Alarmsignale und zur Nachrichtenübermittlung betrieben, letztmals in den napoleonischen Kriegen um 1800. Das Lärmfeuer auf der höchsten Erhebung Mossautals erzählt uns heute noch von der Informationstechnologie vergangener Jahrhunderte.

Aber Sie können froh sein, dass Sie Ihre Zeitreise ins 17. Jahrhundert noch rechtzeitig abgebrochen haben, denn im 30-jährigen Krieg kam Ober-Mossau trotz des feurigen Frühwarnsystems nicht gut davon. 1650 gilt das Dorf – wie viele andere Siedlungen im Odenwald auch – als „menschenleer, wüst und verbrannt“. Erst acht Jahre später wird es, gelenkt von den Landesherren, durch Schweizer Einwanderer wiederbesiedelt.

Veränderter Auszug aus HAHL, M. (2006): Drachenweg Mossautal. Die Entdeckung einer Landschaft. Broschüre des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald. Hrsg.: Gemeinde Mossautal. 32S.
Foto: Lokalität "Lärmfeuer" in Mossautal, Aufnahme: M. Hahl

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Am Samstag, 4. April 2009 werden, wenn die aufwändige Organisation klappt, unter dem Motto „Historische Signalkette vom Rhein bis ins Herz des Odenwaldes – Lärmfeuer in Odenwald und Nibelungenland“ auf einigen Bergrücken Lärmfeuer aufflammen. Mehr Info gibt es in Bälde auf der Homepage www.laermfeuer.org !

8. Januar 2009

wanderfokus odenwald

Das "Wandern" soll zukünftig auf einer eigenen Plattform stärker in den Fokus genommen werden, und zwar im Weblogformat! Auf "wanderfokus odenwald" folgen nach und nach verschiedene Beiträge über diverse Themen, wie sie so "in die Gänge" kommen, wenn man durch die Landschaft geht. Immer gehts dabei rund ums Wandern! Auch Gastbeiträge und Kommentare sind willkommen!

Der Raum Odenwald, mit dem Neckartal und anderen Nachbarlandschaften, steht im Zentrum dieser Betrachtungen: eine Region im Spiegel von Wandertrends, Wanderforschung und Wandertourismus. - Wanderessays!